Gemeinde Fuhlendorf

Die Nähe zum Bodden, dem Wald und die fast ständig wehende Brise kennzeichnen die Dörfer Bodstedt und Fuhlendorf. Die ehemals eigenständigen Dörfer wurden 1974 zur Gemeinde Fuhlendorf vereinigt.

Die erste urkundliche Erwähnung fand Fuhlendorf in einer Verkaufsurkunde des slawischen Rügenfürsten Witzlaw II. im Jahre 1278. Michaelsdorf wird im Jahre 1302 im Vermächtnis Witzlaw II. genannt. Der Ort liegt am Bodstedter Bodden. 1388 ist dann erstmals in einem Testament des Pastors Hinrich Bülow auch von Bodstedt die Rede.

Seefahrt und Fischfang zählten lange zu den Haupterwerbsquellen der Einwohner. Die Boddendörfer wurden von einem Schulzen, später einem Freischulzen, verwaltet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zum Niedergang der Segelschifffahrt und zur zunehmenden Industrialisierung. Das hatte auch Auswirkungen auf den Ort. Viele junge Fuhlendorfer heuerten bei der Handelsflotte an oder arbeiteten im nahe gelegenen Barth.

In  den fünfziger Jahren entstanden in Fuhlendorf  Betriebsferienlager vor allem für Kinder. Insgesamt gab es 45 solcher Feriencamps, in Größenordnungen von 20 bis 600 Betten. Heute werden noch sechs davon bewirtschaftet.

Viele Urlauber suchen die Ruhe im von Wald und Bodden umgebenen Ort. Zur Gemeinde gehören mehrere Hundert Hektar Wald. Auch ein Naturlehrpfad und die Wacholderheide laden zum besonderen Erlebnis ein.

In Bodstedt steht eine spätgotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Der dort befindliche Taufstein ist über 800 Jahre alt. Bodstedt war um 1500 der bedeutendste Wallfahrtsort für Seeleute in der Ostsee.
Weit über die Region bekannt geworden ist Bodstedt durch die seit 1965 alljährlich stattfindende  Zeesbootregatta. Hier wird bei der ältesten Oldtimerveranstaltung auf dem Wasser in Traditionsschiffen um die Wette gesegelt. Der ortseigene Verein „Traditionshafen Bodstedt“ zählt mehr als 50 Zeesbooteigner.

Michaelsdorf gehört seit 1960 zur Gemeinde Fuhlendorf. Verträumt und versteckt liegt es auf einer kleinen Halbinsel zwischen Saaler und Bodstedter Bodden. Die Lage des Ortes mag auch der Grund für die Entstehung der Legende sein, dass der Gefährte Klaus Störtebekers hier sein Versteck  hatte. Gödeke Michel, Kumpan von Störtebeker, soll mit bürgerlichen Namen Gottfried Borgwardt geheißen haben. In der Barther Chronik wird berichtet, dass noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts die Familie Borgwardt Münzen besessen haben soll, die die Vorfahren angeblich von dem Seeräuber erhalten haben.

Gutglück ist die kleinste und auch wohl jüngste Ansiedlung in der Gemeinde Fuhlendorf. Das Straßendorf liegt an dem ursprünglichen Weg von Bodstedt nach Barth. Um den außergewöhnlichen Namen ringt sich folgende Geschichte: Ein Wandersmann befand sich auf dem Weg in die Stadt, als er in der Höhe des heutigen Dorfes einen Mann sah, der dort ein Haus baute. Dies erschien ihm ungewöhnlich und er rief dem Häuslebauer zu: “Na denn, gaut Glück!“; der Name blieb.

Fuhlendorf, Germany

Orte
Bodstedt, Fuhlendorf, Gut Glück, Michaelsdorf

Einwohner: 812 per 31.12.2015
Größe: 1.706 ha
Bürgermeister:
Eberhard Groth

Gemeindevertretung