Gemeinde Kenz-Küstrow

Kenz und Rubitz sind alte wendische Siedlungen. Erstmalige Erwähnung fanden beide als Familiennamen in einer Verkaufsurkunde des Jaromar, Fürst von Rügen, im Jahre 1256. Bis 1639 war Kenz in herzoglichem Besitz.

Um 1400 wurde Kenz durch eine „Wunderquelle“ zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Der Wolgaster Herzog Barnim VI. ließ sich 1405 in Kenz beisetzen. Der Schrein zeigt die hölzerne Gestalt des Herzogs. Das Bild ist das älteste Bild eines Pommernherzogs und somit von großer kulturhistorischer Bedeutung. Die Kirche stammt aus dieser Zeit. Sie besitzt Fenster mit farbenprächtiger Glasmalerei. Das Triumphkruzifix stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. Zwischen 1666 und 1668 wurde die Kirche stark zerstört. Der Wiederaufbau begann bereits ein Jahr später. Nach der Reformation in Pommern verlor Kenz seine Bedeutung als Wallfahrtsort.

Erst im 18. Jahrhundert erlebte Kenz dank der Quelle erneut als Kurort und „Modebad“ eine neue Blütezeit. Im Ort wurden selbst Gäste aus dem Ausland beherbergt und auch ein kleines Casino bestand zum Amusement der Kurgäste.  Zeichnungen des aus dieser Zeit stammenden Brunnenhauses dienten als Vorlage für den Wiederaufbau, der im Jahr 2004 abgeschlossen werden konnte. Mit der Übergabe von Schwedisch-Vorpommern an Preußen im Jahre 1815 ging der Urlauberstrom zurück und fand Mitte des Jahrhunderts schließlich ein Ende.

In der heutigen Zeit ist Kenz ein typisch vorpommersches Dorf in der Nähe von Barth mit weiten Feldern und Wiesen in leicht hügeliger Landschaft.

Rubitz ist ein Ort der Idylle. Der Ort ist mit Barth auch durch den neu ausgebauten Pilgerweg verbunden Man erzählt sich, dass in Rubitz die Welt zu Ende gehe, es ist ein schöner Ort für das Ende. Malerisch gelegen reihen sich die Häüser um die 1 ha große Dorfmitte, den sogenannten Dorfanger. Dort befinden sich mehrere Wasserquellen und ein schöner Baumbestand. Rubitz ist ein altes Bauerndorf. In den zurückliegenden Jahrhunderten und Jahrzehnten wurden die Häuser mehr oder weniger verändert. So kommt es, dass es noch viele Bauernhäuser mit Rohrdach, aber auch wie Gutshäuser anmutende gibt.

Küstrow und Dabitz sind slawischen Ursprungs. Sie tragen die typische Endung -itz und -ow. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1280.

Küstrow gehörte zum Kirchspiel Kenz. Im Jahre 1900 stellten der Pfarrer von Kenz und der Gemeindevorstand einen Antrag auf Neubau eines Schulgebäudes in Küstrow. Der Neubau wurde Mitte September 1906 fertig gestellt. Der Unterricht begann am 1. Oktober 1906. 1928 besuchten 22 Kinder aus Dabitz, Zipke, Küstrow und Fahrenkamp die Schule, 1933 waren es schon 37. In Dabitz und Zipke befanden sich Landesgüter. Durch die Bodenreform entstanden 52 Neubauernstellen, die wieder durch Großbetriebe abgelöst wurden.

Ein Anziehungspunkt für viele Segelsportler und Erholungssuchende ist der Hafen im Ortsteil Dabitz. Alljährlich findet dort zu Christi Himmelfahrt, bzw. am Herrentag, ein Hafenfest statt. Der Hafen in Dabitz wurde im Jahr 2001 von der Gemeinde erworben. Vormals diente der Hafen dazu, Zuckerrüben vom Gut Dabitz in die Zuckerfabrik nach Barth zu transportieren. Während der DDR-Zeit war der Hafen der NVA zugeordnet, die ihn als Reservehafen nutzten. Heute hat er 35 Liegeplätze für Sportboote und einige Fischer.

Kenz-Küstrow, Germany

Orte
Dabitz, Kenz, Küstrow, Rubitz, Zipke

Einwohner: 523 per 31.12.2015
Grösse: 1.621 ha
Bürgermeister:
Harald Reinecke

Gemeindevertretung